Heimliche Pläne zur erneuten Bankenrettung
Wie Bloomberg TV zu berichten weiß, schmiedet die Regierung Pläne für eine erneute Bankenrettung. Die Pläne sollen Maßnahmen für Banken und Versicherungen umfassen und dann zum Einsatz kommen, falls durch einen Zahlungsausfall Griechenlands Verluste von mehr als 50% entstehen. Bloomberg TV stützt sich hierbei auf Aussagen von drei Koalitionsmitarbeitern. Einer dieser Mitarbeiter sagte, dass es durchaus möglich sei, für eine erneute Bankenrettung Gelder aus öffentlichen Mitteln zu verwenden.
Lediglich die Märkische Zeitung schrieb einen kleinen Artikel über die Pläne. Das Manager Magazin von Spiegel Online erwähnte diese Information nur am Rande. Internationale Medien wie die Washington Post hingegen äußerten sich hierzu etwas umfassender. Die übrige, nationale Medienlandschaft schweigt. Dies ist nicht wirklich verwunderlich. Angesichts der Tatsache, dass Merkel vor gut drei Jahren zu Beginn der großen Wirtschaftskrise die großen Medien dazu aufrief, ihre Berichterstattungen gemäßigt durchzuführen. Der damalig verpasste Maulkorb scheint nach wie vor Wirkung zu zeigen.
Gleichzeitig machte Kanzlerin Merkel im Bundestag Stimmung für einen Zusammenhalt Europas und den Euro-Rettungsschirm. Zudem versuchte sie die aktuelle Situation zu beschwichtigen, indem sie einen Vergleich zur deutschen Einheit zog, die ebenfalls nicht von heute auf morgen vollzogen worden sei. Sie rief die Deutschen zu Geduld auf und forderte von Griechenland eine weitere konsequente Umsetzung von Reformplänen. Jegliche Durchhalteparolen, die Merkel ohne Zweifel zu äußern versteht wie keine Zweite, werden allerdings nicht darüber hinwegtäuschen können, wie sinnlos der Kern dieser Angelegenheit anmutet und wie stark sie darauf bedacht ist, ihre "Kinderchen" in Sicherheit zu wiegen. Dabei scheint sie aber einen wichtigen Punkt übersehen zu haben. Wir sind keine Kinder und wir sind auch nicht so dumm, wie sie uns offenbar einschätzt.
Die angeschlagenen EU-Staaten sind im Prinzip nicht mehr in der Lage, die Zinslast zu begleichen. Aus diesem Grund handelt es sich bei der so genannten Wirtschaftskrise eher um eine Schuldenkrise. Die Bankenrettung, die wir in naher Vergangenheit erleben durften, war ein Skandal. Durch die heimlichen Pläne der Regierung wird sich dieser Skandal wiederholen. Der endgültige Zusammenbruch angeschlagener EU-Staaten, wie z.B. Griechenland, ist leidglich eine Frage der Zeit. Denn aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Der Dumme in diesem grotesken Theaterszenario ist erneut der deutsche Steuerzahler, der erst dann in Kenntnis über seine Rolle als Fianzier gesetzt wird, wenn die Vorstellung beendet ist und das Publikum zufrieden das Theater verlässt. Bravo! Der deutsche Steuerzahler täte gut daran, sich erst gar nicht auf der Bühne positionieren zu lassen. Sollen Frau Merkel und ihre Regierung doch einfach allein spielen. Talent haben sie hierfür alle mal.
http://boersen.manager-magazin.de/spo_mmo/news.htm?id=33364555&r=0&sektion=marktberichte&u=0&p=0&k=0
/image%2F0050462%2F201208%2Fob_cacae2_bruchpfau-logo-pfauenfeder.jpg)