Hast du es gewusst? Du hast Blut an deinem Ohr.
Das neuste Smartphone, der schickste Laptop, KFZ-Schicki-Micki-Kram und MP3-Player haben einige Dinge gemeinsam. Sie bestehen aus Rohstoffen wie Gold, Zinn, Wolfram und Tantal. Tantal wird gewonnen aus Coltan. Dieses Erz wird hauptsächlich in Zentralafrika abgebaut, so dass die Hälfte des weltweit verwendeten Coltans aus dem Kongo stammt. Coltan aus dem Kongo ist darüber hinaus billiger, so dass es gerne gekauft wird.
Die Gier nach Profit führt zu einem völlig planlosen Abbau des Coltans, so dass hohe Umweltschäden die Folge sind. Des weiteren werden ganze Bevölkerungsgruppen von Rebellenorganisationen dazu gezwungen im Abbau zu arbeiten, so dass sie das Coltan zu billigen Preisen auf dem Weltmarkt anbieten können. Die Arbeitsbedingungen der Arbeiter, oder nennen wir sie eher Sklaven, sind inhuman und inakzeptabel. Keine Schutzkleidung, keine Helme, kaum Atemluft in den Stollen und aufgrund fehlender Arbeitssicherheit, stürzen Stollen permanent ein und begraben viele Menschen unter sich. Wer nicht mehr arbeitet, weil er zu erschöpft ist oder erkrankt, wird einfach hingerichtet. Von dem Umsatz kaufen die Rebellen und Politiker Waffen, da schon seit Jahren im Kongo Kriegszustände herrschen.
Neben den brutalen Zuständen, die für die Menschen und für die Umwelt entstehen, hat der Coltan-Abbau auch grausame Folgen für die Gorillas. Um die Arbeiter mit Nahrung versorgen zu können, werden die Tiere erschossen und geschlachtet. Mehr als die Hälfte der Tiere sind in den Nationalparks im Osten Kongos schon getötet worden. Auch wird den Gorillas durch die Abholzung der Wälder für den Stollenbau der Lebensraum mehr und mehr entzogen.
Die Kriegszustände im Kongo haben sich mittlerweile zu einem Krieg um Bodenschätze entwickelt. Es geht um Coltan. Dadurch tragen die internationalen Konzerne nicht nur dazu bei, dass die Menschen versklavt werden, die Umwelt geschädigt und die Gorillas ausgerottet werden, sondern auch dass die Kriegszustände sich endlos in die Länge ziehen werden.
Zwar machen einige westliche Unternehmen deutlich, dass sie diese Problematik nicht weiter unterstützen wollen, aber dennoch wird Coltan aus dem Kongo verarbeitet. Dies geschieht bewusst, aber auch unbewusst, da Coltan aus dem Kongo durch die findigen Tricks der Geschäftemacher vor Ort immer seinen Weg auf den Weltmarkt findet. Mittlerweile wäre es möglich, Coltan durch andere Stoffe zu ersetzen. Dies würde aber dazu führen, dass die Geräte dann nicht so leistungsfähig wären, wie der Mensch auf der Sonnenseite des Lebens es doch so gerne hat. Zudem wäre es bei einigen Anwendungen kaum bis gar nicht zu ersetzen.
Die ungebremste Nachfrage nach immer kleineren, umfangreicheren und aufwendigeren elektronischen Spielereien für den verwöhnten Westler, sorgt für einen weiteren Verlauf der Problematik. So lange wir uns alle 2 Jahre das neuste Handy zu legen, irgendeine unsinnige Elektronik in unseren Autos als Pflichtprogramm verstehen und nach dem neusten Modell eines Smartphones verlangen, werden diese menschen – und umweltverachtenden Machenschaften weiter ihren Lauf nehmen.
Bildquelle: flickr.de/JoshBerglund19 Textquellen: www.wut-allein-reicht-nicht.dewww.tagesschau.dewww.prowildlife.de
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