Ergebnisse der Vorstandsvergütungsstudie 2011
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. hat ihre Ergebnisse zur Vorstandsvergütungsstudie 2011 veröffentlicht. Seit 2002 trägt die Institution die Vorstandsgehälter der Top-Manager zusammen. Die Zahlen der aktuellen Studie beziehen sich natürlich auf das Jahr 2010.
Hier nun ein paar Zahlen bezogen auf die DAX-Unternehmen:
- Durchschnittlich sind die Bezüge um 22 % gestiegen.
- Ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank bezieht 6,5 Mio. Euro, somit liegt die Deutsche Bank vorn.
- Commerzbank und Beiersdorf bilden das Schlusslicht bei einer Vergütung der Vorstandsmitglieder mit einem Betrag knapp unter der Millionengrenze.
- Die Vorstandsvorsitzenden verdienen im Durchschnitt 4,5 Mio. mehr als die Mitglieder und legten im Vergleich zum Vorjahr um über 20 % zu.
- Dr. Martin Winterkorn (Volkswagen) ist der Spitzenverdiener mit 9,33 Mio. Euro/Jahr.
- Die Silbermedaille erhält Dr. Josef Ackermann (Deutsche Bank) mit einem jährlichen Verdienst von 8,987 Mio. Euro.
- Der Gewinner des dritten Platzes ist Peter Löscher (Siemens) mit 8,982 Mio./Jahr.
- Im Vergleich zum Ausland liegt die Vergütung deutscher Top-Manager im mittleren Feld.
- Die Top-Manager der USA bilden mit ihren Vergütungen die Spitze (durchschnittliche Vergütung von 12,093 Mio. Euro).
- Die Vergütungen setzen sich im Schnitt wie folgt zusammen: 29 % Fixgehalt, 40 % variable Boni, Tantiemen oder Prämien, 10 % variable Barvergütung (wird erst nach einigen Jahren ausgezahlt) und 21 % aktienkursbasierte Vergütungsbestandteile.
- Boni und Prämien werden von den Unternehmen zunehmend an nicht finanziellen Kennzahlen festgelegt: z.B. Kunden-und Mitarbeiterzufriedenheit und individuelle Ziele und Leistungen (beide sind wenig aussagekräftig und obendrein manipulierbar).
- Die Fixvergütung ist wohl besonders stark ins Auge gefallen. Sie ist im DAX um 7,26 % gestiegen. Das heißt, dass sie im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung viel stärker gewachsen ist. Um dies zu erklären, wird gesagt, dass der Fixvergütung eine stärkere Gewichtung zugekommen sei.
- Die variable Vergütung hob sich ebenfalls hervor, dessen Anstieg bei einigen Unternehmen so ausgeprägt war, dass keine nachvollziehbare Begründung gefunden werden konnte.
- Die Transparenz der Pensionszusagen sei stark verbesserungswürdig. Pensionierte Vorstandsvorsitzende werden im Schnitt 570.000 Euro/Jahr erhalten. Beim gesamten Vorstand von VW liegt der Wert der Pensionsverpflichtungen bei 64 Mio. Euro.
Insgesamt sei die Transparenz gut, aber nicht optimal. Während einige Unternehmen sich Mühe geben, eine übersichtliche Aufstellung einzureichen, sei die Aufstellung bei anderen unübersichtlich und teilweise nicht nachvollziehbar.
Textquelle: http://www.dsw-info.de/Vorstandsverguetungsstudie-201.1796.0.html#c3578
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