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Bruchpfau

Zoohandlungen - Das Geschäft mit dem lebenden Tier

10. Juli 2011 , Geschrieben von admin Veröffentlicht in #Konsum & Umwelt

Millionen von Heimtieren leben in deutschen Haushalten. Und die Zahl wächst stetig. Die Deutschen liegen mit ihrer Anzahl an Heimtieren an 2. Stelle im europäischen Vergleich. Jedes Jahr macht die Heimtierbranche in Deutschland einen Umsatz von ca. 3,3 Milliarden Euro. Auch diese Branche ist somit sehr gewinnorientiert ausgerichtet. Die Tiere selbst bleiben hierbei auf der Strecke. Über Tierbedarf wie viel zu kleine Käfige bis hin zu Tiernahrung, die alles andere als artgerecht ist, aber den Tierbesitzern vermittelt, dass es sich nur um das Beste für ihr Tier handelt, ist die Palette der Produkte zum einen groß und zum anderen zeigt derartiges auf, wie uninterssant das Wohl der Tiere für diesen Wirtschaftszweig eigentlich ist. Den Zoohandlungen scheint das ebenfalls mehr als egal zu sein, da man eben diese Produkte dort findet.

Darüber hinaus bieten die meisten Tierhandlungen auch lebende Tiere an. Die Organisation PETA hat sich aufgemacht, mit versteckter Kamera die Zustände der Tiere in Zoohandlungen zu filmen. Kleine Käfige, nicht artgerechte Haltung und Ernährung und kranke und tote Tiere, waren die Regel bei der Recherche. Leider ein Umstand, den ich so bestätigen kann. Ich kenne keine Tierhandlung, die sich in der Lage sieht, die angebotenen Tiere artgerecht zu halten und zu ernähren. Gruppentiere wie Meerschweinchen fristen ihr Dasein allein, Kaninchen mit kahlen Stellen im Fell und Papageien, die in so kleinen Käfigen sitzen, dass sie noch nicht mal ihre Flügel auseinander spannen können. Stereotype Verhaltensmuster und gestörtes Verhalten wie z.B. Gitternagen oder permanentes im Kreis rennen, sind nicht selten akute Auffälligkeiten bei Tieren in Zoohandlungen.

Diese Groteske ist aber noch nicht der Gipfel im Handel mit lebenden Tieren. Seit einiger Zeit bürgert es sich zunehmend ein, Tiere in Baumärkten zu verkaufen. Warum auch nicht? Neben Hammer, Spanplatten und Bodenfliesen passt ein Kaninchen ja auch hervorragend in die Produktpalette. Die Mitarbeiter von Baumärkten haben schlichtweg keine Ahnung von Haltung und Ernährung der Tiere. Wie auch? Derartiges Wissen gehört nicht zu ihrem Berufsfeld. Somit ist auch die Beratung von Kunden diesbezüglich noch schlechter als in Tierhandlungen und viel zu oft völlig jenseits von Gut und Böse. Ein Kaninchen ist eben keine Bohrmaschine.

Egal ob Tierhandlung oder Baumarkt, eine große Transparenz besteht nicht, wenn es darum geht, herauszufinden, woher die Tiere stammen. Mittlerweile haben Tierschützer wahre Massenzuchtanlagen insbesondere in den Niederlanden ausfindig gemacht, in denen es ausschließlich darum geht, möglichst schnell möglichst viele Tiere zu "produzieren", um den Markt zu bedienen. Wie es den Tieren dort geht und was für gesundheitliche Folgen die permanenten Trächtigkeitsphasen der weiblichen Tiere hat, spielt keine Rolle. Die Jungtiere werden oft viel zu früh von den Muttertieren getrennt, so dass es schwierig für sie wird auch im weiteren Verlauf der Entwicklung, ein Sozialverhalten aufzubauen. Die Jungtiere werden so früh getrennt, da sie sich aufgrund des "Niedlichkeitsfaktors" besser verkaufen lassen.

Der neueste Clou der Heimtierbranche liegt im ansteigenden Angebot und Verkauf von Exoten. Die Nachfrage in Bezug auf Exoten wächst stetig. Aber hiermit sind nicht nur Reptilien gemeint, sondern auch Tiere wie z.B. Faultiere. Zoo Zajac in Duisburg wirbt damit, das größte Zoofachgeschäft der Welt zu sein und wird seit Jahren seitens Tierschützern heftigst kritisiert. Neben vielen gängigen Tierarten, die in Zoohandlungen verkauft werden, verkauft Zoo Zajac auch sehr viele Exoten, deren Bedürfnissen ein Privathaushalt kaum gerecht werden kann. Bald will Zoo Zajac auch Hundewelpen verkaufen, die glücklicherweise bisher nicht mehr in Tierhandlungen im Angebot standen. Das Geschäft erklärte, eine große Anlage bauen und allein für die Welpen Fachkräfte einstellen zu wollen. So soll das Wohlergehen scheinbar gesichert werden. Dass Zoo Zajac, ebenso wie andere Tierhandlungen, dazu beiträgt, Spontankäufe zu verursachen, und es so keineswegs um das Wohlergehen von Tieren geht, darüber wird nicht gerne gesprochen. Zoo Zajac ist so groß, dass es tatsächlich wie ein Zoo anmutet und es sehr unterstützt, dass sogar Familien mit Kindern das Geschäft mittlerweile als Ausflugsziel nutzen. Natürlich nicht, ohne etwas zu kaufen, versteht sich. Die Kritiken stören den Inhaber nicht. Dazu hat er auch keine Veranlassung, da sein Umsatz stimmt und die Leute staunenden durch seinen Laden laufen.

Wer sich ein Tier anschaffen möchte, sollte niemals spontan einer Eingebung folgen. Informiert euch umfassend über Verhaltensweisen, artgerechte Haltung und Ernährungsweisen. Kauft keine Tiere in Zoohandlungen. Wendet euch an das nächste Tierheim oder die nächste Nottierstation. Die sind so voll, dass sie fast aus allen Nähten platzen, kennen aber jedes einzelne Tier und stehen auch danach in der Regel mit Rat und Tat zur Seite. Bedenkt, dass Tiere regelmäßig Geld kosten und dass ein Tier u.U. auch mal zumTierarzt muss, was ebenfalls wieder Geld kostet. Überlegt, ob ihr jemanden habt, der sich darum kümmert, wenn ihr z.B. in den Urlaub fahrt. So genannte "Kindertiere" gibt es nicht. Kinder sollten sich niemals allein um ein Tier kümmern müssen und brauchen dafür Anleitung und Begleitung. Kinder wollen Tiere streicheln und mit ihnen spielen. Sehr viele Tiere wollen und können das nicht leisten. So genannte "Kindertiere", wie z.B. Meerschweinchen, werden oft entgegen aller Annahmen überhaupt nicht gerne gestreichelt und haben keine Lust auf Knopfdruck den Entertainer zu spielen. Also beachtet das und überlegt gut, welche Tierart für das Kind geeignet ist. Wenn ihr euch für ein Tier entscheidet, dann tragt ihr Verantwortung. Wenn ihr euch vor der Verantwortung scheut, dann lasst es und entscheidet euch lieber für ein Stofftier.


Bildquelle: flickr.com/motograf

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Ein Film von PETA über Zustände in Tierhandlungen.

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P
Die Notstationen und Tierheime sind voll und wissen gar nicht mehr wohin mit den vielen Tieren. Bevor man eine Zoohanldung aufsuchen sollte, sollte man sich zunächst dort umschauen. Zoohandlungen können ihren Profit auch gut durch den Verkauf von reinem Tierbedarf erzielen, die brauchen den Verkauf von Lebendtieren nicht. Dafür gibt es auch gute Beispiele, wenn es auch (noch) nicht viele sind.<br /> Ich habe schon mehrere Kleintiere aus Zoohandlungen gerretet. Als Privatperson. Da die Zustände der Tiere katastrophal schlecht waren. Glücklicherweise konnten sie alle, auch mit Hilfe unseres Tierarztes, gesunden und in liebevolle Hände vermittelt werden. :-)
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F
Guter Blog, gefaellt mir super. Auch schoene Themen.
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