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Bruchpfau

Hintergrundinfo: Kriege & Kriegsinteressen – Das Beispiel Afghanistan

12. Juni 2011 , Geschrieben von admin Veröffentlicht in #Krieg & Terror

Seit nun über 9 Jahren tobt in Afghanistan ein Krieg, bei dem auch Deutschland eine wesentliche Mitbeteiligung inne hat. Nur unter Zähneknirschen gibt die Bundesregierung zumindest mittlerweile zu, dass kriegsähnliche Zustände herrschen. Aufgrund der mittlerweile über 50 gefallenen deutschen Soldaten in den letzten Jahren, wäre jedes weitere Abstreiten der Situation auch lächerlich, obwohl dies die Glaubwürdigkeit bezüglich der Begründungsversuche hinsichtlich des deutschen Einsatzes nicht im Geringsten verbessert.

Die Beteiligung Deutschlands ist und bleibt ungerechtfertigt. Tod und Elend, die jeder Krieg mit sich zieht, werden in Kauf genommen, um Wirtschaftsinteressen zu unterstützen und weiterhin für die USA ein ungemein nützlicher Diener zu sein.

Eine Erklärung aus dem Jahr 1871 von dem britischen Diplomaten Lord Ponsonby wird uns zwei Dinge aufzeigen. Zum einen wird deutlich, dass es keinen Krieg ohne Wirtschaftsinteressen gibt und zum anderen wird uns vor Augen geführt, wie einfach es ist, Menschen zu blenden und zu belügen. Früher wie heute wird nach dem gleichen Muster verfahren, was im weiteren Verlauf dieser Hintergrundinformation aufgezeigt werden soll.

„Prinzipien der Kriegspropaganda:

1. Wir haben diesen Krieg nicht gewollt.

2. Personifizierung des Feindes.

3. Unsere Zielstellungen sind humanitärer Art. Man muß die Tatsache verschweigen, daß es wirtschaftliche Ziele des Krieges gibt. Man stelle humanitäre in den Vordergrund.

4. Berichte über Grausamkeiten des Gegners. Vermeide ungünstige Berichte über die eigene Seite.“

(Lord Ponsonby)

Das erste Prinzip: „Wir haben diesen Krieg nicht gewollt.“

Die Anschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York gaben den offiziellen Startschuss für einen Kriegsangriff auf ein ohnehin seit Jahrzehnten von Krieg gebeutelten Landes. Die Bilder, die in Windeseile von jedem TV-Sender gezeigt wurden, wird noch jeder in seinem Kopf haben und wir waren alle samt erschrocken über schreiende Menschen, zusammenstürzende Gebäudeteile und den Verzweifelten, die aus den Fenstern sprangen. Afghanistan wurde somit zur Zielscheibe. Die USA machte deutlich, dass sie sich nicht ungestraft angreifen lasse und daher reagieren müsse. Den Krieg gewollt haben sie natürlich nicht. Sie wollten sich lediglich verteidigen und die Welt von Terroristen säubern. Für die erschreckte und von Verzweiflung heim gesuchte amerikanische Bevölkerung waren derartige Aussagen natürlich positiv. Aufmerksame Beobachter werden aber mittlerweile schon festgestellt haben, dass der Anschlag auf das World Trade Center keineswegs ausschlaggebend war. Die Vermutung liegt nahe, dass der Krieg in Afghanistan schon vor dem Anschlag auf langer Hand geplant worden ist.

Nach dem ersten Bombardement der Amerikaner am 7.Oktober 2001 dauerte es 2 Wochen bis die großen amerikanischen Medien den Sieg über die Taliban verkündeten. Dieser schnelle „Erfolg“ überraschte doch sehr und man stellte sich die Frage, wie es möglich sein kann, innerhalb von nur drei Wochen, eine dermaßen umfassende Militäroperation auf die Beine zu stellen und alle dafür notwendigen Informationen zusammen zu sammeln, um nach nur 14 Tagen schon so viele Erfolge verzeichnen zu können. Die Amerikaner argumentierten, dass es sich um einen Glücksfall handele und man einfach sehr konzentriert und mit größtem Hochdruck an der Operation gearbeitet habe. Es mutet aber unmöglich an, eine derartige Operation in drei Wochen so sorgfältig zu planen und zu organisieren.

Betrachtet man die Vergangenheit der USA in Bezug auf Afghanistan und die Taliban, drängt sich schnell der Verdacht auf, dass es sich keinesfalls um einen überraschenden Glücksfall gehandelt hat, sondern um eine lange im Voraus durchgeführte Planung. Es ist anhand der historischen Faktenlage anzunehmen, dass es ohnehin einen Krieg in Afghanistan gegeben hätte, auch ohne die Anschläge am 11. September 2001, wer auch immer dafür verantwortlich gewesen sein mag.

In den 80er Jahren war Afghanistan von sowjetischen Truppen besetzt und die Öl – und Erdgasvorkommen wurden von den Sowjets gefördert. Die Sowjetunion löste sich 1991 auf, was dazu führte, dass die amerikanische Regierung ihre große Chance witterte, ihre Machtverhältnisse in Richtung Zentralasien auszubauen. Im Zuge ihrer Erkundungen erfuhren sie auch von den Rohstoff-Vorkommnissen in Turkmenistan und Kasachstan. Die amerikanischen Ölgesellschaften sicherten sich daraufhin schnell 75% der Rechte an den erwarteten Förderungsmengen.

Diese Region in Zentralasien verfügt aber über kein Weltmeer, so dass man die Rohstoffe in Richtung persischer Golf transportieren muss. Hierzu erkundeten die Amerikaner also verschiedene Pipeline-Routen. Die USA entschloss sich zu einer Pipeline-Route durch Afghanistan und der amerikanische Ölkonzern Unocal unterstützte diese Entscheidung. Es wurden demnach Verhandlungen mit dem Taliban-Regime geführt, zu dem man gute Kontakte hatte, da die USA das Taliban-Regime jahrelang mit Waffen gegen die Sowjetunion unterstützt hatte.

Durch Anschläge auf US-Botschaften im Ausland, angeblich angeführt von Osama Bin Laden, verschlechterte sich aber das Verhältnis zwischen der US-Regierung und dem Taliban-Regime. Die USA verhängte Wirtschaftssanktionen und Ende der 90er Jahre griffen die USA Bin Ladens Ausbildungslager an. Zumindest behaupteten sie, dass es sich um Ausbildungslager handelte. Die Verhandlungen über eine Pipeline verliefen zäh und zogen sich zusehends hin. Der Druck auf Afghanistan wurde seitens der USA erhöht. Die „Washington Post“ berichtete, dass die Clinton-Regierung im Jahr 1999 versucht habe, Osama Bin Laden töten zu lassen und das Taliban-Regime zu stürzen. Dieser Versuch missglückte. Die USA gaben aber nicht auf und versuchten es erneut. Der „Wall Street Journal“ berichtete, dass es kurz nach Bushs Amtsantritt zu mehrmaligen Treffen von Mitgliedern der Republikaner, des Pentagon, des Außenministeriums und des Weißen Hauses kam. Gegenstand dieser Treffen war die Planung und Organisation einer Militäraktion gegen das Regime in Afghanistan. Wichtige Informationen erhielten sie bei ihren Zusammenkünften von einem afghanischen Verbindungsmann, Abdul Haq, der später von den Taliban hingerichtet worden ist. All diese Treffen und Vorbereitungen fanden statt zwischen dem Herbst 2000 und dem Sommer 2001, also vor den Anschlägen am 11. September 2001.

Neben den Plänen oben genannter Vertreter, kommen die Handlungen des CIA, Amerikas Spionageagentur, hinzu. Diese führte seit dem Frühling 2000, abgekoppelt von der Regierung und ihrem Vorhaben, militärische Angriffe im Süden Afghanistans gegen das Regime durch. Die „Washington Post“ berichtete hierzu, dass die CIA seit 1997 paramilitärische Operationen im Süden anstrebte. Auch dies zeigt durch die zeitliche Einbettung auf, dass Amerika lange vor den Anschlägen ihre Interessen mit Hilfe militärischer Aktionen in Afghanistan durchsetzen wollte und dies auch zum Teil schon getan hat.

Des weiteren ist das erste halbe Jahr des Jahres 2001 bis zu den Anschlägen gespickt mit Vorkommnissen, die auf eine reifliche Planung schließen lassen. Im März 2001 verbündeten sich die USA mit Indien, Russland und dem Iran, um gemeinsam gegen Afghanistan vorzugehen. Im Mai 2001 berief die Regierung Zalmay Khalilzad zum nationalen Sicherheitsberater, der auch zuvor schon für die amerikanische Regierung und für Unocol tätig war. Er hatte die Aufgabe, die Regierung detailliert über den persischen Golf und den regionalen Gegebenheiten zu unterrichten.

Wenige Tage nach den Anschlägen veröffentlichte die BBC Informationen, dass die USA lange vor den Anschlägen einen Krieg in Afghanistan geplant habe, indem sie Aussagen des ehemaligen pakistanischen Außenministers erläuterte, der dies bestätigte und detaillierte Informationen zu der vorher geplanten Militäroperation Preis gab. Die englische Zeitung „Guardian“ berichtete über diese Aussagen ebenfalls.

Das zweite Prinzip: „Personifizierung des Feindes.“

Eine Personifizierung des Feindes vorzunehmen, war nicht schwierig. Als Person konnte Osama Bin Laden sofort benannt werden. Von Bin Laden aus konnte der rote Faden zu Al-Qaida und von dort zu den Taliban gesponnen werden und schlussendlich machte man deutlich, dass die Bekämpfung des Terrors und der Islamisten oberste Priorität habe. Am Rande sei erwähnt, dass der Bush-Clan Jahre zuvor gute geschäftliche Kontakte zu der Familie Bin Laden gepflegt hatte. Man kennt sich also auch auf familiärer Ebene. Auf diese jahrelange Freundschaft soll jetzt aber nicht weiter eingegangen werden (detaillierte Informationen hierzu liefert z.B. die umfassende Dokumentation „9/11“ des amerikanischen Dokumentarfilmers Michael Moore). Aufmerksame Beobachter werden sich aber die Frage stellen, warum aus Freunden plötzlich Feinde wurden. Vermutungen hierzu gibt es genug. Vielleicht sind es auch keine Feinde, sondern nach wie vor Freunde. Manche vermuten sogar, dass Osama Bin Laden niemals existierte. Wir wissen es nicht. Es ist aber festzuhalten, dass es jede Menge Ungereimtheiten gibt, vieles im Dunkeln verbleibt und dass es eine enorme Merkwürdigkeit ist, dass sich der Staatsfeind Nummer 1, dessen Bekanntheitsgrad dem eines bunten Hundes gleich zu setzen ist, so viele Jahre auf freiem Fuß befand und angeblich nicht aufzuspüren gewesen sei. Im Mai erreichte uns die Nachricht, dass Osama Bin Laden getötet worden sei. Ob diese Nachricht wirklich stimmt, wissen wir auch nicht. Beweise liegen nicht vor.

Das dritte Prinzip: „Unsere Zielstellungen sind humanitärer Art. Man muß die Tatsache verschweigen, daß es wirtschaftliche Ziele des Krieges gibt. Man stelle humanitäre in den Vordergrund.

Als oberster humanitärer Grund sei die Befreiung Afghanistans vom terroristischen Taliban-Regime zu nennen. Die NATO und ihre Mitglieder propagierten somit einen Dienst an der Menschlichkeit. Dieser Dienst an der Menschlichkeit ist allerdings mehr als fragwürdig und als glatte Lüge zu entlarven.

Die humanitäre Situation in Afghanistan ist nach wie vor schlecht. Allein im Jahr 2010 sind schätzungsweise 2421 Zivilisten getötet und 3270 verletzt worden. Insgesamt starben im vergangen Jahr rund 10000 Menschen durch Anschläge und Kämpfe, darunter knapp 500 amerikanische Soldaten und 711 Soldaten der ISAF. Die Analphabetenrate ist noch immer gleich bleibend hoch (80% der Frauen und 60% der Männer). Keine 19% der Bevölkerung hat Zugang zu medizinischer Versorgung und zu sauberem Trinkwasser. Von 1000 Säuglingen sterben nach aktuellen Schätzungen 199. Derzeit befindet sich jeder zehnte Einwohner Afghanistans auf der Flucht, ohne eine ausreichende humanitäre Versorgung zu erhalten. Wahlen werden gefälscht und die afghanische Justiz zeichnet sich immer noch durch Korruption aus. Der Drogenabbau floriert in hohem Maße, da er den einzigen Produktionszweig darstellt. Viele demokratische Gruppierungen, afghanische Frauenorganisationen und kritische Abgeordnete sind gewillt, ihr Land aufzubauen und demokratische Strukturen zu verankern. Aber durch den Krieg werden sie systematisch daran gehindert. Wer die Selbsthilfe eines Landes torpedieren und Hass und Gewalt schüren möchte, der handelt mit militärischem Einsatz. Neben vielen anderen Kriegen bietet uns Afghanistan ein weiteres perfektes, anschauliches Beispiel dafür. Auch sei noch anzuführen, dass das Massaker von Kundus im September 2009, von einem deutschen Offizier befehligt worden ist. Über hundert Menschen starben. Sieht so humanitäre Hilfe aus?

Der Krieg in Afghanistan und der Einsatz von Deutschland zu Zwecken der humanitären Hilfe haben nicht nur keinen Erfolg gehabt die Lebensumstände der Menschen zu verbessern, sondern haben sogar noch zu einer weiteren Verschlechterung geführt. Durch den Krieg findet eine stärkere Einschränkung statt sich z.B. gesundheitlich versorgen zu lassen und Bildungseinrichtungen zu nutzen. Und die Selbsthilfe der Bevölkerung wird schlichtweg im Keim erstickt.

Der Bundeswehreinsatz kostet Deutschland etwa drei Milliarden Euro im Jahr. Somit belaufen sich die Gesamtkosten auf 36 Milliarden Euro. 36 Milliarden Euro für eine angebliche humanitäre Hilfe, die keine Hilfe gewesen ist und auch keine mehr werden wird.

Sein „Engagement“ begründet Deutschland mit der Bündnissolidarität bezüglich der Mitgliedschaft in der NATO. Ein Angriff auf einen Bündnispartner (USA) ist nach In - Kraft -Treten des Artikels 5 des NATO-Vertrages nach dem 11. September 2001 zum Angriff auf alle Bündnispartner geworden. Mitgehangen, mitgefangen. Aber das ist nicht der alleinige Grund. Auch sei auf die „Verantwortung“ Deutschlands, wie Ex-Bundeskanzler Schröder es nannte, zu verweisen, die sich durch die deutsche Geschichte ergibt. Der Begriff „Verantwortung“ ist irreführend. Begriffe wie „Hörigkeit“ und „Dienerschaft“ beschreiben Deutschlands Position besser. In Bezug auf die Gründe soll weiterhin ein Auszug aus einem Interview mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler aus dem Jahr 2010 zitiert werden.

"Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg."

Mit dieser Aussage schoss sich Köhler selbst ins Abseits. Er trat zurück und die Bundeskanzlerin unternahm nicht einen einzigen Versuch, ihrem Bundespräsidenten den Rücken zu stärken. Seine Aussage war unerwünscht und politisch nicht korrekt. Sie zeigt aber unverhohlen, worum es wirklich geht. Die Vermutung vieler wurde nun endgültig bestätigt. Aber welche „Interessen“ sind genau gemeint?

Festzuhalten ist, dass in Zentralasien große Vorkommen fossiler Brennstoffe verborgen sind. In den 80er Jahren war Afghanistan von der Sowjetunion besetzt gewesen. Die Sowjets schätzten den Reichtum des Landes wie folgt ein: Fast zwei Trillionen Kubikmeter an Erdgasreserven, 95 Millionen Barrel an Erdölvorkommen und zwischen den Gebieten Herat und Badashkan vermutete man ungefähr 70 Millionen Tonnen Kohle. Nach dem Abzug der roten Armee Ende der 80er Jahre brach die Industrie jedoch zusammen. Energielieferungsverträge mit europäischen Ländern und Nachbarstaaten kamen zum Erliegen, da die Pipelines immer wieder von Warlords und antikommunistischen Gruppierungen sabotiert wurden. Neben den eigenen Vorkommen gibt es in der Region noch weitere, denn Afghanistan ist umringt von Ländern wie Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan und Aserbaidschan, die ebenfalls reich an Bodenschätzen sind. Diese Nationen verfügen über schätzungsweise 15 Millionen Barrel Öl. Zusammen besitzen diese Länder 9 Trillionen Kubikmeter Erdgas. Um diese Rohstoffe aber fördern und somit gewinnbringend verkaufen zu können, müssen sie einen langen Weg über Pipelines zum persischen Golf zurücklegen. Man kommt nicht um Afghanistan herum. Die Pipelines müssen auch in Afghanistan gelegt werden, um dieses Vorhaben umsetzen zu können.

Fakt ist, dass die modernen Industriestaaten von Erdgas und Öl abhängig sind. Aufgrund unseres Lebensstils, unserer unbändigen Konsumgier und dem Raubtierkapitalismus, brauchen wir immer mehr, Tendenz steigend. Insbesondere die USA gehören zu den größten Energieverschleuderern. Die amerikanische Energie – und Umweltpolitik ist ein Desaster und die verwöhnten People jenseits des großen Teiches denken nicht im Geringsten daran, ihren Konsum herabzusenken und Energie einzusparen. Wobei sich auch die deutsche Gesellschaft diese Kritik gefallen lassen muss.

Das vierte Prinzip: „Berichte über Grausamkeiten des Gegners. Vermeide ungünstige Berichte über die eigene Seite.“

Kriegspropaganda und die Manipulationen ganzer Bevölkerungen auch zu Kriegszwecken sind nichts Neues. Es ist ein Leichtes in der Geschichte und Gegenwart der Menschheit auf derartige Machenschaften zu stoßen. Daher ist es auch nicht überraschend, dass wir auch bezüglich des Krieges in Afghanistan gezielten und bewussten Manipulationstaktiken ausgesetzt waren und sind.

Das Ausmaß von Manipulationen im Sinne von Kriegspropaganda in der heutigen Zeit wird in einem 8000 Seiten umfassenden Bericht des Pentagon in Bezug auf die Medienmanipulation zum Thema Irak-Krieg deutlich. Die gezielte Manipulation wurde innerhalb des Projekts MAP (Military Analyst Program) geplant, organisiert und durchgeführt. Sie startete im Jahr 2002 und sollte zum Ziel haben Informanten als Analysten in die Medienlandschaft einzuschleusen, die gefälschte Informationen verbreiten sollten. Sie wurden den Medien als „Experten“ verkauft und im Vorhinein genau darüber unterrichtet, was sie sagen sollen und was sie nicht sagen dürfen. Es gibt keinen Grund auszuschließen, dass ähnliche Manipulationsplanungen auch in Bezug auf den Afghanistan-Einsatz eingesetzt worden sind.

Das Enthüllungsportal Wikileaks schockte im letzten Jahr mit der Veröffentlichung eines Strategiepapiers des CIA. In diesem Papier ging es darum, wie die USA den NATO-Einsatz der Bündnispartner weiter aufrecht erhalten kann. Hierzu benötige man aber die Bevölkerungen der Bündnispartner, also auch uns. Wir sollten durch die Medien von der Wichtigkeit des Einsatzes in Afghanistan überzeugt werden. Das Papier konzentrierte sich hauptsächlich auf die Manipulation der Bevölkerungsmeinung von Deutschland und Frankreich. Besonders kritisch zu erwähnen ist, dass die Manipulation im Besonderen mit den Ängsten der Deutschen arbeiten sollte, um den Krieg in Afghanistan weiter zu unterstützen. Im Wesentlichen sollte uns weisgemacht werden, dass sich nach Abzug deutscher Truppen der internationale Drogenhandel enorm ausweiten würde, eine große Flüchtlingswelle auf Deutschland zu käme und die Terrorgefahr bei uns erheblich steigen würde. Um uns diese haarsträubenden Ängste zu vermitteln, konzentriert sich das Papier insbesondere auf Frauen als Zielgruppe. Auf Fernsehsendern mit einer höheren weiblichen Zuschauerquote sollten Interviews und Filme mit afghanischen Frauen gezeigt werden, die über ihre Situation und die Unterdrückung seitens der islamischen Männerwelt sprechen, um so die Herzen des weiblichen Teils der deutschen Bevölkerung zu erweichen, Mitgefühl zu schüren und die Wut und somit die Akzeptanz gegenüber dem Einsatz zu vergrößern. Traumatisierte, afghanische Frauen sollten also dazu missbraucht werden, gezielte psychologische Manipulation unserer Meinungen und Einstellungen zum Einsatz kommen zu lassen.

Auch die Regierung von Obama bediente sich Mitteln, um Meinungen zu manipluieren. Hierbei spielte die Einschätzung von Journalisten eine Rolle. Der Journalist hat mit der Art und Weise seiner Berichtererstattung die Möglichkeit, die Meinungen der Leser zu beeinflussen. Aus diesem Grund wurden Journalisten und ihre Artikel und Reportagen in drei Bereiche kategorisiert, in positive, neutrale und negative Berichterstattungen. Die negativen Berichterstattungen wurden dann vor Veröffentlichung neutralisiert, um den negativen Charakter zu dämpfen. Dass die USA negative Berichterstattungen und somit die Wahrheit vertuschen wollte und will, zeigen auch die Geschehnisse um den Fotografen Zoriah. Dieser war lange Zeit mit den amerikanischen Soldaten in Afghanistan und im Irak unterwegs. Er war ein freiberuflicher, anerkannter Kriegsfotograf. Plötzlich wurde er aus diesen Begleitungen der Truppen ausgeschlossen. Zoriah hatte in seinem Blog Fotos von gefallenen Soldaten hochgeladen. Ihm wurde vorgeworfen, dass er diese ohne das Wissen der Angehörigen um die Todesfälle gezeigt habe. Zoriah entkräftete diesen Vorwurf, worauf ihm weitere Vorwürfe gemacht wurden, die er aber ebenfalls widerlegen konnte. Trotzdem wurde er nicht wieder zugelassen.

Fazit

Lord Ponsonby hat mit seiner Erklärung öffentlich gemacht, wie man einen Krieg möglichst störungsfrei zur Erreichung wirtschaftlicher Interessen durchführen kann. Man könnte meinen, dass unsere Welt seit 1871 sehr viel komplexer geworden ist. Es ist aber festzustellen, dass noch immer die gleichen Prinzipien gelten und noch immer danach verfahren wird.  Der Mensch ist in der Lage, den technischen Fortschritt rasant voran zu treiben. Mit schon kopfschmerzerregender Schnelligkeit hetzen wir durch diese Welt. Wir agieren nach dem Motto unserer Leistungsgesellschaft: „Höher, schneller, weiter!“. Aber unser ethisches Verständnis und unsere Wertevorstellungen scheinen sich nicht erheblich verändert zu haben. Wir sind nicht in der Lage, uns selbst weiterzuentwickeln. Der menschliche Geist stagniert und verkümmert, aber unsere Autos werden schneller und unsere Häuser immer höher.

Die nach wie vor oft gestellte Frage von vielen Menschen in Deutschland nach dem „Warum?“ bezüglich des Einsatzes deutscher Truppen in Afghanistan, lässt sich sehr leicht beantworten. Deutschland ist niemals mit der Absicht humanitäre Hilfe zu leisten nach Afghanistan gegangen. All die anderen NATO-Staaten ebenso nicht. Besonders bitter gestaltet sich diese Erkenntnis für die gefallenen Soldaten und die Angehörigen. Daher sollte ihnen, trotz Kritikpunkte und diverser Diskussionen, Mitgefühl entgegen gebracht werden.

Ein Beitrag des NDR zur Manipulation mittels Medien durch PR-Agenturen (nicht nur auf Kriegszwecke bezogen):

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Bildquelle: flickr.de/Bundeswehr-Fotos

Textquellen:

www.ag-friedensforschung.de

www.deutschlandfuehrtkrieg.blogspot.de

www.politik.germanblogs.de

www.linksfraktion.de

www.junglecamp.de

www.freiheitskampf1984.wordpress.com

www.meedia.de

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